Der Anfang vorm Ende

Der SC Paderborn gegen den 1. FC Köln. Die beiden besten Offensiven der zweiten Bundesliga und, trotz aller wirtschaftlichen Differenzen, mittlerweile Tabellennachbarn im direkten Duell. Selten werden Partien einer solchen Ausgangslage gerecht. Häufig verenden Topspiele in Langeweile, Defensivschlachten oder knappen Siegen.

Doch die Duelle zwischen dem SCP und dem Effzeh sind anders, ganz anders. Im Hinspiel gab es einen Paderborner 5:3 Auswärtssieg nach zweimaligem Rückstand, ein Spiel mit unfassbarem Tempo, Kontern und Gegenkontern, Kombinationen und schönen Toren auf beiden Seiten.

Das Rückspiel stand dieser, der wohl spannendsten Partie der jüngeren Zweitligageschichte, eine Halbzeit lang in jeglichem Belang nach. Konter wurden von Fouls unterbunden, Kombinationen durch Gepöhle ersetzt, den 8 Treffern des Hinspiels stand ein einziges mickriges Tor entgegen.

Doch dann kam die zweite Halbzeit. Dann kam Anthony Modeste und traf unter Tränen in seinem Comeback. Dann kam Bernard Tekpetey und verwertete einen flachen Freistoß, der quer durch den Strafraum getrudelt war. Dann kam Kai Pröger und überwandt per Bogenlampe die gesamte Kölner Defensive. Dann kam Marlon Ritter und ballerte den Ball aus über 20 Metern halbrechter Position unbedrängt in den Winkel.

Die Geschichte des Hinspiels sollte eine einmalige sein. Ein Sieg von David gegen Goliath in einem offenen Schlagabtausch… und doch wiederholte sich die Geschichte, doch konnte der SCP abermals ein Spiel gegen den FC Köln drehen, doch siegte der Aufsteiger gegen den Absteiger. Wie es dazu kam, lest ihr hier.

Mannschaftsaufstellungen

SC Paderborn - 1.FC Köln

Auf Paderborner Seite gab es keinerlei Wechsel zur Vorwoche. Zingerle hütete das Tor hinter der Viererkette bestehend aus Collins, Strohdiek, Schonlau und Dräger. Vor dieser Kette positionierten sich Vasiliadis und Klement, der zur Pause verletzungsbedingt von Ritter ersetzt wurde. In der Offensivreihe fand sich Tekpetey auf der rechten Seite wieder, während Pröger links seinen unfassbaren Lauf fortsetzen konnte. Zuletzt agierten Zolinski und Michel in einem Doppelsturm.

Während Markus in seiner Anfangszeit bei Köln auf das aus Kiel bekannte 2-3-5 mit einrückenden Außenverteidigern vertraute, wurde zuletzt auf ein 3-1-4-2 umgestellt, um Platz für die beiden Topstürmer Terodde und Cordoba zu finden. Hinter den beiden wurden die Achterpositionen halblinks von Hector und nominell halbrechts vom umtriebigen Drexler, dem wohl besten Kölner Spieler besetzt. Hinter ihnen fand sich Neuzugang Geis, der die Metapher eines Quarterbacks vor allem dadurch ausfüllt, dass er gänzlich unbeweglich ist und unter Druck gelegentlich out of bounds passt.

Die Flügelläuferrollen wurden von Kainz und Clemens besetzt, während sich die Dreierkette aus Czichos, Meré und Schmitz zusammensetzte. Zuletzt fand sich Timo Horn im Tor ein und machte dort ein unglückliches Spiel.

Malen nach Zahlen

Markus Anfangs Teams gehören zu den taktisch simpelsten, die ich je gesehen habe. Seine Kölner Mannschaft zeichnet sich noch stärker als die bereits unflexible Kieler durch sehr starre Strukturen in eigenem Ballbesitz aus. Zu Beginn der Saison gab es immer eine 2-3-5-Struktur ohne jegliche Gegneranpassung oder Umformung zu sehen. In der Rückrunde wird verstärkt auf eine ebenso starre 3-1-4-2-Struktur vertraut. Diese Beobachtung soll dabei gar nicht mal als Kritik verstanden werden. Köln gelingt es nämlich, den Gegner durch die massive Besetzung des Zwischenlinienraums und der letzten Linie in tiefen Zonen zu binden und sich selbst damit Spielkontrolle zu verschaffen.

Kombiniert man diese taktischen Voraussetzungen mit dem besten Zweitligakader aller Zeiten, einem Kader, der individuell eher Euro-League Niveau aufweist, ist es kaum verwunderlich, dass viele Gegner in ihre Einzelteile zerlegt werden. Doch Kombination ist bereits das Stichwort: Während ich im Hinspiel noch umfangreiche Lobeshymnen auf das hochdynamische und vertikale Kölner Kombinationsspiel singen konnte, war ein solches im Rückspiel auch unter schwerster Anstrengung nicht zu erkennen.

Ganz im Gegenteil zeigte Köln bereits im tiefen Aufbauspiel erhebliche technische Mängel, eine Vielzahl falsch, weil zu leicht gewichteter Pässe, die Paderborn wiederum erlaubten, Balldruck zu erzeugen und die langen Bälle, die das einzige Mittel zu sein schienen, zu erschweren.

Es war dabei gar nicht unbedingt so, dass das Paderborner Angriffspressing perfekt abgestimmt war. Wurde der Ball zum zentralen Verteidiger zurückgespielt (meistens nämlich entstanden Phasen des Ballbesitzes aus Rückpässen nach vormalig langen Abstößen oder aus Einwürfen), lief Zolinski ihn frontal, wenngleich tendenziell nach links leitend an. Beim unweigerlich folgenden Pass auf einen der Halbverteidiger schob entweder Michel (halblinks) oder der entsprechend ballnahe Flügelspieler (meist halbrechts Pröger) heraus.

Die Heuristik von Schmitz und Czichos erschien dabei recht eindeutig. Wenn sie bei der Ballannahme bereits unter Druck standen, spielten sie nahezu immer zu Horn zurück, der wiederum einen langen Pass ins Offensivzentrum spielte. Wenn sie hingegen wenige Meter Platz hatten, dribbelten sie kurz an und spielten dann einen hohen Ball auf den ballnahen Wasserbüffel Stürmer.

Eine Vorbereitung dieser Spielzüge war durchaus gegeben. Konnte beispielsweise Czichos andribbeln, ließ sich der ballnahe Flügelläufer Kainz zurückfallen und wurde dabei vom Paderborner Außenverteidiger Dräger verfolgt. Zumindest ein Paderborner Sechser orientierte sich zudem auf Geis, der zwar grundsätzlich offen war, aber dennoch nie angespielt wurde, während beide eine recht hohe Position einnahmen. Durch diese Verschiebungen standen den drei verbleibenden Paderborner Verteidigern an der letzten Kette zumeist 5 Gegenspieler, die beiden Stürmer, Achter und der ballferne Flügelläufer entgegen.

Die Erläuterung, warum diese Angriffe dennoch nur selten Erfolg hatten, bedarf einen Blick auf Details. Sobald der Ball gespielt wurde, lief der ballnahe Achter in die Tiefe, quasi in den vom Paderborner Außenverteidiger verwaisten Raum. Der ballfernen Achter rückte gleichwohl nicht ein, sondern blieb, genau wie der ballferne Stürmer, auf seiner Seite. Durch diese Positionen konnte man die Paderborner Verteidigung zwar ballfern binden, gab ballnah aber jegliche Kontrolle der zweiten Bälle auf. Wenn der Paderborner Innenverteidiger das direkte Kopfballduell gewinnen und ins Mittelfeld klären konnte, standen dort die beiden wendigen Paderborner Sechser sowie gegebenenfalls ein nicht weniger flinker Offensivspieler Johannes Geis entgegen. Jenem Johannes Geis, den man vom Gegenpressing fern halten sollte wie Kinder vom Rattengift.

Die Lösungsansätze auf Kölner Seite hätten vielseitig sein können, schließlich hatte man zumeist eine 5v3 Überzahl. Wenn man infolge der direkten Kopfballduelle leidet, könnte man schlichtweg versuchen, diese zu vermeiden. Bei tieferen Anspielen, auf die der Stürmer zurückfallen muss, hätte es für die Verteidiger keinerlei Möglichkeit zum direkten Duell gegeben. Man stelle sich vor, wie Terodde zehn Meter entgegenkommt, von Strohdiek verfolgt auf Clemens ablegt, sodass dieser in Drexlers Lauf spielen kann – in eine 4v2-Überzahl.

Andernfalls hätte man ein solches Zurückfallen des Stürmers auch als Falle nutzen können. Wenn der Verteidiger verfolgt, spielt man den hohen Ball steil hinter die Kette, auf den bereits mit dynamischem Vorteil überlaufenden Achter.

Auch wenn mir die Argumentation sympathisch scheint, dass solcherlei Spielzüge einfach nicht in Anfangs Malbuch enthalten sind, ist der Grund wohl ein anderer. Im Topspiel gegen Union Berlin waren diese Spielzüge, ein Tiefkommen der Stürmer zum Ziele eines langen Balls über den vorschiebenden Innenverteidiger allgegenwärtig. Doch anders als Union Berlin erzeugte der SC jederzeit Balldruck. Die erheblichen technischen Schwächen der Verteidiger, anfangs bereits angerissen, kamen so erheblich zur Geltung. Die Verlagerungen in der Abwehr waren derart langsam und unpräzise, dass trotz des weiten Weges für einen pressenden Flügelspieler nie genügend Zeit blieb, um den Innenverteidiger zum Vorschieben zu verleiten.

Dennoch hatte der Effzeh natürlich Chancen. Zum einen konnten Schonlau und Strohdiek selbst an einem überragenden Tag, nicht jedes Duell gegen den Kölner Sturm gewinnen. Einige Bälle wurden verlängert oder behauptet, sodass Köln zu Chancen kam. Zum anderen ist Drexler zu intelligent, um 90 Minuten lang die immergleichen stupiden Routen zu laufen.

vlcsnap-2019-02-16-11h11m14s237

Während Hector immer wieder überlief, bewegte er sich bei langen Bällen auf Cordoba in den ballnahen Zwischenlinienraum, wo er Ablagen erhalten und nach kurzen diagonalen Dribbling seine überragenden Schnittstellenpässe ansetzen konnte.

Neben den natürlich auftretenden Momenten gepflegten Aufbauspiels, in denen Meré linienbrechende Pässe spielte, erzeugte Köln auch aus Abstößen sauberen Raumgewinn. Bei diesen ließ sich Kaniz links neben die Innenverteidigung zurückfallen, sodass sich eine klare Viererkette vor dem Strafraum ergab. Geis blieb währenddessen, wie sollte es anders sein, statisch in der Zentrale. Da die Paderborner Flügelspieler durch die tiefe Viererkette nun aber hoch gelockt wurden, während die Besetzung der letzten Linie mit ebenfalls vier Mann die Paderborner Abwehr band, konnte sich ein Achter an die Seitenlinie zurückfallen lassen und dort Chipbälle erhalten.

Paderborn muss sich bei Köln für deren schlampigen Spielvortrag bedanken. Während man viele Angriffe früh abwehren konnte, war man am eigenen Strafraum enorm wacklig. Nach Kölner Durchbrüchen (zumeist am Flügel, durch Schnittstellenpässe Drexler oder Dribblings durch Kaniz) zog sich die verbleibende Kette eng am Fünfmeterraum zusammen, während der gesamte Rückraum von den beiden Sechsern verteidigt werden musste. Köln ergab sich somit die Möglichkeit, Flanken über alle Verteidiger hinweg zu spielen, wo sich zumeist noch Achter und ballferner Flügelläufer im Strafraum befanden genau so wie die Möglichkeit zu Cutbacks in den Rückraum.

vlcsnap-2019-02-16-11h17m45s682

Köln erzielte das erste Tor nach einer Kombination dieser beider Aspekte. Ein Lupfer über den Fünfmeterraum auf Dominick Drexler wurde mit einer Volley-Ablage in den Rückraum fortgesetzt, die Cordoba nur noch einschieben musste. Das zweite Tor wurde ebenfalls von Drexler eingeleitet, Modeste antizipierte die Flanke des von Dräger nur unzureichend angegriffenen Kainz und schob über den stolpernden Schonlau ein.

An dieser Stelle böte sich eigentlich die Frage an, warum Kölner Tore gegen Paderborn so extravagant gefeiert werden. Im Hinspiel begattete Cordoba die Eckfahne, nur um danach zu verlieren, nun feierte Modeste unter Tränen. Es ist nicht so außergewöhnlich, gegen Paderborn zu treffen… ganz im Gegenteil. Doch an dieser Stelle möchte ich den Hohn etwas zurückstellen. Der Wechsel nach Köln und vor allem der Tod seines Vaters machten die vergangenen Monate zu einer turbulenten Zeit für Modeste. Emotionen sind da verständlich und nur menschlich.

Bis auf die Toilette

Während der FC mit Ball die meisten Tugenden des Saisonbeginns vergessen zu haben scheint, bleibt er seinen urdeutschen Tugenden in der Defensive treu. Köln spielte, wie so oft, eine eigentlich vergessen geglaubte, und gehoffte, enge Manndeckung.

vlcsnap-2019-02-16-11h21m57s510

Am extremsten tat sich diese bei Paderborner Abstößen auf. Terodde und Cordoba positionierten sich an der Strafraumkante. um sofort Zugriff auf die Paderborner Innenverteidiger zu haben. Gleichzeitig verfolgten Drexler und Hector die Paderborner Doppelsechs auf Schritt und tritt. Die Außenverteidiger blieben zunächst offen, wurden ballnah aber früh und dynamisch vom zuvor tief gebliebenen Flügelläufer, wie sollte es anders sein, zugelaufen. Die Halbverteidiger suchten währenddessen die Manndeckung der Flügelspieler, während Meré Michel aufnahm und Geis sich in enger Verfolgung von Zolinski ebenfalls in die Kette zurückfallen ließ.

Sobald Zingerle einen Innenverteidiger anspielte, wurde dieser vom ballnahen Stürmer angelaufen, während der ballferne ins Zentrum schob, um den Rückpass auf Zingerle abzudecken. Der Flügelläufer rückte auf den Außenverteidiger heraus, sodass alle unmittelbaren Optionen gedeckt waren. Anfangs hatte Paderborn große Probleme mit dieser Spielweise, im Verlauf des Spiels lösten sie zunächst über Collins auf, der gegen den anlaufenden Flügelläufer genug Zeit zum Aufdrehen und Longlinepass auf Tekpetey hatte, bevor

FOUL

vlcsnap-2019-02-16-10h58m18s832

Bevor Schonlau und vor allem Strohdiek im späteren Verlauf mehr flache Diagonalpässe auf zurückfallende Stürmer spielen konnte, die diese wiederum untereinander oder auf die Sechser ablegen

FOUL

Durch Überspielen einer Linie konnte man die Manndecker zur Umorientierung zwingen. Während diese den Blick auf den Ball richteten, konnten sich die Paderborner im Rücken lösen und die enorm offene Zentrale

FOUL

vlcsnap-2019-02-16-10h41m25s577

Paderborn war dabei bei weitem nicht so schematisch wie Köln, sondern überlud ballnah, zumeist links, flexibel, spielte kurze Kombinationen, bevor man sich ins Zentrum

FOULEN

Was ist denn los hier!?

Ebenso wie ich keinen Satz zu Ende führen kann, konnte der SCP über weite Strecken des Spiels keinen Angriff zum Abschluss bringen. Es lag dabei zumeist gar nicht an eigenem Unvermögen, sondern an wiederholtem, nicht geahndeten taktischen Foulspiel der Kölner.

Tekpetey kann sich vom Flügel ins Zentrum lösen und einen Angriff in Gleichzahl einleiten? Wie wäre es mit einem Foul?

Vasiliadis kann nach einem Dribbling im Zentrum auf die Abwehr zugehen? Darf ich ein Foul vorschlagen?

Es ist nicht so, dass es schlimme Fouls gewesen wären (wenngleich es einige überharte Einsteigen gab). Zumeist waren es kleine Tritte, Blocken ohne Ball oder Festhalten. Und zumeist hatten die Paderborner Spieler keinen offenen Weg zum Tor. Und doch sind diese Fouls taktisch. Wenn ich eine Manndeckung spiele, sorgt jedes verlorene Duell für eine konterähnliche Situation. Mit meinem taktischen Foul verhindere ich vielleicht keinen Torabschluss, allenfalls aber einen gefährlichen Angriff.

Anscheinend kann man vom deutschen Schiedsrichterwesen nicht verlangen, dass so etwas bemerkt wird. In der Bundesliga, gerade der Zweiten, werden Manndeckungen systematisch bevorteilt, da sie keine angemessene Bestrafung zur Folge haben. Wenn man in einer Raumdeckung, beispielweise nach einer Verlagerung, in Unterzahl verteidigt und foult, gibt es sofort eine Karte. Wenn man in einer Manndeckung foult, um nicht in Unterzahl zu kommen, gibt es natürlich keine Bestrafung.

Köln foulte also fast jeden potenziell gefährlichen Paderborner Angriff weg und hamsterte über das Spiel 28 Fouls. Die Karten, die man erhielt, folgten nur aus glasklaren Vergehen, wie der Grätsche von Kainz oder der Konterverhinderung nach einer Ecke durch Schmitz. Johannes Geis foulte im Verlauf der Partie 6 mal, davon zumindest 4 mal klar taktisch und erhielt, natürlich, keine Verwarnung.

Es ist der Höhepunkt des Hohns, wenn Markus Anfang versucht, das Ergebnis als Resultat der gelben Karten hinzustellen. Die Zahl der gelben Karten waren keine Bestrafung, der Mangel an Verwarnungen hingegen der Rettungsring des Kölner Defensivspiels.

Doch mit zwischendurch zwei Toren Führung im Rücken zog sich Köln auch weiter zurück. Die Mannorientierungen wurden loser, die Wege wurden weiter, der Zugriff notwendigerweise dynamischer, die Fouls durch höheres Tempo brutaler und augenscheinlicher. Köln erhielt nicht nur einen überfälligen Platzverweis, sondern ließ den Paderborner Sechsern, allen voran dem eingewechselten Ritter, mehr Platz, um den Ball aus der Tiefe vor den Strafraum zu tragen.

Und so gibt es manchmal, nur manchmal, Gerechtigkeit im Fußball. Das gute an Manndeckungen ist nämlich, dass sie inhärent so dysfunktional sind, dass sie trotz aller systematischer Bevorteilung immer noch versagen. Köln litt vor allem bei und nach Standards. Im Anschluss an die Verwarnung für Kainz nutzte Ritter die Lücke, die Hector im Suchen einer Manndeckung aufnahm, für einen Flachpass in den Fünfmeterraum.

Im Anschluss an einen geklärten Freistoß kam der Effzeh nicht in seine Manndeckungen und ließ Pröger ungestört schießen.

In Unterzahl konnte Ritter ungestört auf den Strafraum zumarschieren, sein Manndecker war nach dem Platzverweis auf die linke Seite beordert worden und ohne Druck, dafür aber unter Zuhilfenahme eines Platzfehlers ein weiteres Traumtor erzielen.

Fazit

Der SC Paderborn feiert gegen den Effzeh abermals ein Fußballfest. Ein Fest, dass sich das Spiel eigentlich nicht verdient hätte. Köln machte nichts aus der individuellen Dominanz, versuchte zu keinem Zeitpunkt, Fußball zu spielen, sondern vertraute nahezu alleinig auf seine Stürmer. Anstatt zu kombinieren, wurde gepöhlt, anstelle das Spiel aufzubauen, brachte man sich mit jedem Pass mehr in die Bredouille.

Es ist schlichtweg erschreckend, wie stark das Niveau der Kölner seit dem Hinspiel abgefallen ist. Während die Abwehr weiterhin wacklig und mehr denn je auf den Status Quo der Schiedsrichterei angewiesen ist, hat die Offensive das Kombinationsspiel verlernt.

Die Entwicklung der Kölner Mannschaft ist im besonderen Maße dem Trainer anzukreiden. Über die gesamte Saison gesehen, gelang es ihm lediglich, die Offensive zu verkrüppeln, in dem er Ball von Spielern wie Drexler fernzuhalten versucht, während er anscheinend immer noch nicht versteht, wie Defensive funktioniert.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie Köln mit diesem Kader um den Aufstieg kämpfen muss, und doch sind sie aktuell auf einem guten Weg, ihn gänzlich zu verpassen. Wer so wenig aus seinen Möglichkeiten macht hat es verdient, zu versagen. Wer so gegen einen Aufsteiger spielt, hat es auch verdient, zwei unwahrscheinliche Sonntagsschüsse in der Schlussphase zu kassieren.

3 Kommentare zu „Der Anfang vorm Ende

  1. Die taktischen Mängel des FC sind hier wirklich gut beschrieben, aber die katastrophalste Leistung zeigte doch der Schiedsrichter, wobei dieser ja hier ebenfalls kritisiert wird, jedoch hauptsächlich pro Paderborn, was aus Vereinsbrille natürlich immer etwas schwierig ist, gebe ich zu. Den glasklaren Elfmeter (Strohdiek an Terodde), erwähnt man leider nicht, ich denke, nach einem 0:3 wäre Paderborn nicht mehr so zurückgekommen, wenngleich der Sieg, unter Anbetracht der Restspieldauer 10Min+Nachspielzeit, glücklich war, war er definitiv nicht unverdient – Grüße FC-Timo und weiter so!

    Liken

    1. Danke für deinen Kommentar!
      Ich äußere mich eher ungern zu einzelnen Schiedsrichterentscheidungen. Diese werden für mich erst dann interessant, wenn sie wiederholt auftretend einen Effekt auf den Erfolg gewisser Muster. Taktische Fouls werden in der Liga nunmal stets zu wenig bestraft, sodass Manndeckungen gefördert werden.

      Liken

Schreibe eine Antwort zu JGH Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s