Ein Comeback

Es war eine unerwartete Nachricht, die der SC Paderborn am Donnerstag, den 13. Januar, verkündete. Philipp Klement, der entscheidende Spieler der Aufstiegssaison von 2018/19, kehrt für eine Halbserie zum Verein zurück.

Bereits zwei Tage später steht das erste Spiel des neuen Jahres an. Gegen keinen geringeren als den Nürnberger Club, Aufstiegsaspirant und Angstgegner. Dass Klement bereits hier in der Startelf stand, mag eine kleine Überraschung gewesen sein. Die größere Überraschung waren die Spieler um ihn herum.

Klement startete die Partie gemeinsam mit drei Stürmern, drei Zehnern und zwei Sechsern. Lediglich die Innverteidiger Hünemeier und Correia stellten das defensive Element der Mannschaft dar. Wie kommt man auf so etwas und kann es überhaupt funktionieren?

Balancierter Angriffswahn

Tatsächlich erfordert es keine allzu verrückten Überlegungen, um an einem auf den ersten Blick verrückten Ergebnis anzukommen. Wenn Lukas Kwasniok schlicht versucht, die besten Fußballer des Kaders gleichzeitig auf den Platz zu bringen, kommt man dem Endergebnis schon sehr nahe. Wenn man nun noch den Gegner berücksichtigt, ergeben sich die übrigen Entscheidungen recht logisch.

Nürnberg presst mit einer engen Raute, die Außenverteidiger sind damit die nominell freien Spieler. Mit Schuster auf der rechten und Justvan auf der linken Seite wurden diese Position zwar in der konkreten Rolle asymmetrisch aber dennoch beidseitig spielstark besetzt. Im Ballbesitz überlädt Nürnberg das Offensivzentrum mit Stürmern, Zehn und Achtern. Die Anspiele erfolgen meist hoch und lang auf Zielspieler Schäffler. Der logische Konter gegen lange Bälle besteht in Kopfballstärke in den Personen Hünemeier und Correia.

Natürlich braucht es mehr als eine Ansammlung talentierter Kicker für ein funktionierendes System. Die Fußballgeschichte ist voll von Beispielen dysfunktionaler Starensembles. Und auch wenn es wahrscheinlich vermessen ist, den SC Paderborn, einen der günstigsten Kader der zweiten Liga, auch nur mit diesem Begriff in Verbindung zu bringen, ist es doch hilfreich, um ein paar entscheidende Punkte zu verdeutlichen.

Mannschaften brauchen ein System, einen gemeinsamen Plan, Fußball zu spielen. Die Spieler müssen ihre Rolle und ihre Aufgaben verstehen und umsetzen können. Die Rollen müssen zu den Spielern passen und die Spieler wiederum zueinander. In diesem Puzzle mit beweglichen und ständig wechselnden Teilen ist die von Lukas Kwasniok und seinem Trainerteam gefundene Lösung bereits im ersten Spiel nach der Winterpause beeindruckend elegant.

Systembausteine

Der Fixpunkt im Paderborner Spiel besteht in der Doppelspitze, vornehmlich, wie in diesem Spiel, durch Sven Michel und Felix Platte besetzt. Die Aufgabe der beiden besteht darin, aus der Schnittstelle zwischen Innen- und Außenverteidigung Tiefenläufe anzubringen. Der Raum hinter im Pressing herausstechenden Außenverteidigern ist dabei das primäre Ziel.

Ein großer Teil des Paderborner Spiels in dieser Saison besteht darin, diesem primären Ziel zu dienen und die Voraussetzungen für die Tiefenläufe der beiden zu schaffen und zu verbessern. Konkret ist es so, dass Paderborn lockende Elemente im Spielaufbau nutzt, Überzahlen in tiefen Zonen hält und damit Dilemmata für die pressende Mannschaft erzeugt und insbesondere die Flügel nur selten hoch und breit besetzt. Der Gegner soll durch lange Aufbauphasen zum Pressing verleitet werden, dass durch die vielen tiefen Spieler aber naturgemäß schwierig fällt. Schlussendlich sollen die Außenverteidiger aus ihrer Position gezogen werden, um Michel und Platte freie Bahn zu verschaffen.

Ballsicherung ohne direkten Nutzen wird vermieder. Der Ball wird nur selten für eine lange Zeit flach von Seite zur Seite laufen gelassen. Stattdessen werden lange Bälle auch bei suboptimaler Vorbereitung gespielt.

Während die ersten beiden Elemente von Tiefenläufen und Vorbereitung dieser durch lockenden Ballbesitz auch in diesem Spiel zu finden waren, sorgte die überaus ballsichere Besetzung dafür, dass längere Ballbesitzphasen möglich wurden. Erst in der Schlussphase kehrte Paderborn zur durchgehenden, unvorbereiteten Direktheit zurück, und gab damit die Spielkontrolle ab.

Ein gesplitterter Diamant

Am konkreten Beispiel dieses Spiel werden die oben genannten Prinzipien und Elemente des Paderborner Spiels eindrücklich deutlich. Insbesondere die beiden Tore lassen sich dabei in den Vordergrund stellen, da sie sowohl ganz offensichtlich dem Hauptprinzip der Tiefenläufe entsprechen als auch Elemente der sekundären Prinzipien aufweisen.

Das erste Tor des Spiels ist geradezu dem Lehrbuch entsprungen. In dem Moment, in dem Ron Schallenberg am Ball nach vorne bringt und zum Pass ansetzt, starten sowohl Michel als auch Platte ihren Tiefenlauf in den Schnittstellen zwischen Innen- und Außenverteidiger. Während die Innenverteidiger im Zurückfallen nach innen drehen, um den Ball zu beobachten, und damit keinen Blick auf die Paderborner Stürmer haben, verpassen beide Außenverteidiger, nach vorne orientiert, es, rechtzeitig zurückzufallen. Gewissermaßen schaffen Michel und Platte es hier, gleichzeitig im Rücken von sowohl Innen- als auch Außenverteidiger zu sein.

Die Entstehung des Führungstreffers. Møller Dæhli fehlt im Zentrum, beide Stürmer starten mit Dynamik und Orientierungsvorteil hinter die Kette.

Schlussendlich ist der Pass hervorragend und der folgende Abschluss von Michel noch besser. Dass es einen perfekten Pass gebraucht hätte, kann hier aber angezweifelt werden. Vielmehr verschaffen Dynamik und Orientierung den Paderborner Stürmern einen so großen Vorteil über die Verteidiger, dass jeder gute Chipball einen der beiden hätte finden können.

Es sollte an dieser Stelle angedeutet werden, dass die freie Position von Schallenberg zumindest indirekt ein Artefakt von Klements zum linken Flügel ausweichender Achterrolle ist. Im vorherig gut aufgelösten Ballbesitz auf der linken Seite wurde aus Møller Dæhli herausgezogen, weswegen er Momente später im Zentrum fehlte.

Das zweite Tor wird erneut durch einen Steilpass in die Schnittstelle auf Michel eingeleitet. Diesmal ist es Muslija, der tiefer im linken Halbraum postiert den Pass spielt. Michel kann den Ball unmittelbar vor der Torauslinie erlaufen und nach innen spielen…

Muslija setzt zum Pass an, Michel ist bereits gestartet. Valentini hat Justvan im Bick und steht deswegen zu breit, um den Pass abfeangen zu können.

…In genau den Raum zwischen Innen und Außenverteidiger, in den Platte sich abgesetzt hatte und wenig später unbedrängt einköpfen kann.

Wenngleich Srbeny, im Laufe des Angriffs vom rechten Flügel in eine Zehnerposition gekommen, mit in der Strafraum einläuft und zumindest die Aufmerksamkeit des Nürnberger Innenverteidigers ablenkt, sind es abermals die beiden Stürmer, die trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit gegen die Nürnberger Viererkette zu letztendlich unbedrängten Abschlüssen kommen.

Michel erläuft den Ball an der Grundlinie, Valentini ist immer noch nicht in der Situation, Sørensen und Handwerker verlieren Platte

Und auch hier sind es die Positionen der übrigen Spieler (sowie das zugegebenermaßen suboptimale Verhalten der Kette und allen voran Valentinis), die die Situation ermöglichen. Die Struktur ist insgesamt ausgewogen, gelichzeitig kann Nürnberg aber in eine latente positionelle Passivität gezwungen werden, in der kein Zugriff auf Muslija erzeugt werden kann, während Valentini sich auf das Pressing auf den breit und tief postierten Justvan einstellt. Der Passweg zum zweiten Paderborner Treffer geht damit auf.

Um weiter zu illustrieren, wie die Paderborner Ballbesitzstruktur im Allgemeinen und die tiefen Positionen auf den Flügeln das Nürnberger Rautenpressing aushebelten und den Club zur frühen Improvisation und schlussendlichen Umstellung der Struktur zwangen, können wir auf eine sehr archetype Aufbauszene der Anfangsphase sowie ein paar daraus erwachsene Angriffe auf der linken Seite blicken.

Grundstrukturen in Paderborner Ballbesitz

Im obigen Bild sieht man sehr gut die grundsätzliche Strukturen, aus denen heraus die beiden Mannschaften agierten. Auf der einen Seite das sehr enge 4-Raute-2 der Nürnberger, auf der anderen Seite die Paderborner 3-4-1-2-Struktur. An dieser Struktur alleine ist das ein oder andere anzumerken.

Zunächst einmal die Besetzung. Auf der rechten Seite agiert Schuster als sehr flacher Außenverteidiger, gewissermaßen als Teil einer Dreierkette. Srbeny bewegt sich von der Achterposition, die er im Pressing innehat, breit auf den Flügel. Auf der anderen Seite ist es Justvan, der leicht hochschiebend den Flügel besetzt. Klement agiert in dieser Situation fast auf einer Höhe mit Schallenberg wie ein zweiter Sechser, bewegt sich im Laufe des Spiels aber flexibel im linken Halbraum. Ebenso schiebt Muslija, hier noch sehr zentral, im Spiel vornehmlich nach halblinks.

In der Interaktion der Paderborner und Nürnberger Struktur ergaben sich im Paderborner Ballbesitz gewisse Vorteile. Wenn Schuster sich neben die beiden Innenverteidiger zurückfallen ließ, stellte Paderborn eine Überzahl in der ersten Linie her. Wenn Nürnberg zu pressen versuchte, schob Møller Dæhli zusätzlich nach vorne, um ein 4-1-2-3 und damit eine Gleichzahl herzustellen. Das wiederum öffnet allerdings den Sechserraum, was wiederum erfordert, dass die Nürnberger Achter höher schieben und die Paderborner Doppelsechs kontrollieren. Die nominell freien Spieler sind somit die Paderborner Flügelspieler.

Zwar konnten diese durch die Nürnberger Außenverteidiger angelaufen worden, allerdings ist der Weg sehr lang und die Anforderungen an ein gutes Timing damit umso wichtiger. Wenn der Flügelspieler aufdrehen kann, bevor er vom Außenverteidiger gestellt wird, ist unmittelbar Raum für einen Tiefenlauf der beiden Stürmer da. Darüber hinaus allerdings wurde der Raum, gerade hinter Valentini, zusätzlich durch halblinke Positionierungen von Muslija überladen.

Paderborn löst eine lange Pressingphase über die linke Seite auf. Valentini kann nicht auf Justvan vorschiebt, da Muslija droht, in seinen Rücken zu starten

Da Johannes Geis sich als Sechser auf sehr statische Positionen vor der Abwehr konzentrierte, musste Valentini sich quasi alleine um das Anlaufen und Verteidigen der Tiefenläufe kümmern. Auch wenn er dabei meist die defensive Entscheidung wählte, und die Laufwege von Muslija aufnahm, führte diese Doppelrolle zu konstanten Entscheidungsdilemmata, wie bei den Toren zu sehen.

Justvan erhält den Ball am Flügel. Da Nürnberger presst, ist Michel im Habraum genauso frei wie Muslja, der bereits hinter Valentini gestartet ist.

Da Valentini nie wirklich Druck auf Justvan aufbauen konnte, war die linke Seite der Fokus der Paderborner Angriffe. Was Paderborn sehr gut passte. Wie vorher bereits angesprochen war es nämlich nicht nur Muslija, der sich häufig halblinks bewegte, sondern in tieferer Ausgangsposition auch Klement. Wenn Nürnberger als rechter Achter in Abwesenheit von Valentini auf Justvan presste, war nicht nur die Tasche hinter dem Außenverteidiger, sondern auch der ballnahe Halbraum offen.

Die asymmetrische Paderborner Struktur machte es Nürnberg schwer, aggressiv zu pressen. Auf der rechten Seite waren die Wege durch die tiefe Position von Schuster lang, auf der linken Seite konnte man dem magischen Dreieck um Justvan, Muslija und Klement weder quantitativ noch qualitativ allzu viel entgegensetzen.

nach all diesem Lob ist natürlich die Frage angebracht, warum es dennoch nur zu so wenigen Paderborner Torchancen kam. Die Antwort ist zweierlei.

Zum einen konnte Paderborn sich trotz der beschriebenen strukturellen Vorteile nicht konstant und sauber aus dem Pressing lösen. Hünemeier und Correia zeigen zwar gute Momente im Ballbesitz, sind insgesamt aber extrem unsauber. Viele vielversprechende Situationen werden durch kleine Unsauberkeiten in den Pässen (Anspiele auf den richtigen Fuß, mit der richtigen Schärfe) und den Annahmen (Orientierung häufig zu negativ) ins Wanken gebracht und durch überhastete Passfindung gänzlich zerstört.

Zum anderen stellte Nürnberg bereits in der ersten Halbzeit sinnvoll um. Das Pressing wurde weniger aggressiv, vollkommen offene Situationen damit vermieden. Zudem passte man sich auch strukturell an. Aus der Raute wurde ein weitaus passiveres 4-1-2-3, in dem gerade Manuel Schäffler auf der rechten Seite deutlich tiefer agierte, um Justvan besser zu kontrollieren. Das Spiel schien durch diese Umstellungen etwas zu verflachen… bis Paderborn in der Schlussphase der ersten Halbzeit zum Doppelschlag ansetzte.

Klement lockt Møller Dæhli ins Pressing und öffnet damit sowohl Schallenberg als auch Schuster auf dem ballfernen Flügel

In dieser ruhigeren Phase des Spiels sollte ein besonderes Augenmerk auf das Verhalten von Philipp Klement gelenkt werden. Während die Strukturen Spielfortschritt erschwerten, waren es immer wieder seine ruhig und sicher balltragenden Aktionen, die Angriffe einleiteten. Zum einen gab es Aktionen, wo er im zentralen Mittelfeld den Ball erhielt und ein langsames Dribbling ansetzte, bis Schuster oder Justvan sich hinter ihren Gegenspieler bewegen konnten.

Zum anderen waren es schlicht lockende Momente, in denen er fast schon lasziv am Ball blieb, bis ein Nürnberger die Struktur verließ um ihn zu attackieren. Der Ball wurde damit nicht gewonnen, wohl aber die wiederholte Möglichkeit zu Anspielen auf Schallenberg, der durch seinen Kollegen im Zentrum frei wurde. Auch in weiter entfernten Zonen waren die Effekte des Anlockens zu spüren. Während ein Gegner Klement attackiert, schiebt die gesamte Mannschaft herüber, was ballfern Raum und damit die Option zu einer Verlagerung eröffnet.

Ein gefundenes Fressen

Die Geschichte dieses Spiels ist mit dem Paderborner Doppelschlag natürlich nicht auserzählt. Nürnberg stellte zur zweiten Halbzeit auf ein 4-2-3-1 um und tauschte den sehr statischen Geis durch den deutlich dynamischeren Flügelspieler Shuranov aus. Die Umstellung des Systems erlaubte es, die strukturellen Vorteile der Paderborner auszugleichen. Die freien Flügelspieler wurden durch die Außenspieler besser kontrolliert, die Außenverteidiger konnten sich mehr auf das Spiel in der Kette konzentrieren und auch Muslijas Position im linken Halbraum konnte besser verteidigt werden.

Nürnberger Pressing in der zweiten Hälfte

Letztendlich setzten sich die strukturellen Vorteile auch im Ballbesitz fort. Nachdem man in der ersten Hälfte quasi keinen geordneten Angriff spielen konnte und sich vollständig auf lange Bälle Richtung Schäffler verließ, konnte jetzt geradezu holzschnittartig die Problemzone im Paderborner Rautenpressing attackiert werden (Achso, ja. Paderborn hat in einem 4-Raute-2 gepresst mit Srbeny als rechtem Achter. Mit ein paar Ausnahmen, wo man die begrenzte Dynamik von ihm und Klement in Umschaltmomenten sieht, war das in der ersten Halbzeit nicht so wirklich relevant.)

Nachdem die Nürnberger Außenverteidiger in der ersten Hälfte noch vollständig auf Halbfeldflanken beschränkt waren, konnten sie jetzt, gemeinsam mit dem eigenen Flügelspieler die Paderborner Außenverteidigung überladen.

Asugangsituation vor dem Gegentreffer. Tempelmann, in der zweiten Halbzeit als Außenverteidiger eingesetzt, treibt den Ball nach vorne. Klement kann als ballnaher Achter nicht rechtzeitig eingreifen.

Das Gegentor zeigt sowohl diesen Zusammenhang als auch die mangelnde Erfahrung und damit suboptimal aggressive Orientierung von Justvan in Unterzahl gut auf.

Justvan schiebt überaggressiv heraus und öffnet damit Köpke. Im Anschluss setzt sich Møller Dæhli gegen Schuster durch und trifft.

Letztendlich war das Spiel in der zweiten Hälfte ausgeglichener. Paderborn hatte weiterhin mehr vom Ball, aber nicht mehr die klaren strukturellen Vorteile aus der ersten Hälfte. Welchen Wert Ballbesitz auch ohne großen Spielfortschritt hat, wurde in der Schlussphase, als sowohl Justvan, als auch Klement und Muslija den Platz verlassen hatten, überdeutlich.

Während gewonnene Bälle trotz des Nürnberger Gegenpressings zuvor gehalten wurden, wurden sie nun komplett unvorbereitet nach vorne geschlagen. Michel und Platte hatten wenig Chance diese zu erlaufen. Stattdessen gab es immer und immer wieder Nürnberger Angriffe, ohne Paderborner Verschnaufpausen oder Entlastung. Letztendlich war das Spiel trotz Nachspielzeit kurz genug, um den Sieg über die Zeit zu retten.

Hausmeisterei

Natürlich fällt bei jeder Analyse eine Menge an Aspekten hinten rüber. In der Abwägung zwischen einem (hoffentlich) verständlichen Narrativ über die relevantesten Punkte und der korrekten Wiedergabe aller Geschehnisse fällt meine Wahl recht klar aus. Ein paar Punkte, die ich dennoch nicht unkommentiert stehen lassen möchte, sind die folgenden:

  • Die Paderborner Struktur war nicht gleichförmig ein 3-4-1-2. Vielmehr wurden durch recht freie Bewegungen von Schuster, der häufig etwas hochschob, Srbeny, der abhängig davon engere Positionen besetzte und Klement, der sich vor der Abwehr insgesamt recht frei bewegte, verschiedenste Strukturen durchgelaufen. Die meisten davon ohne klaren oder durchgehenden Vorteil und mit nur kurzem Bestand
Ein alternatives Paderborner Muster auf der rechten Seite. Schuster hat breit den Ball, Srbeny startet in der Halbspur, Platte lässt sich zurückfallen.
  • Neben den Tiefenläufen der Stürmer agierten sie natürlich noch in anderer Kapazität. Platte ließ sich im rechten Halbraum gelegentlich zurückfallen, während Srbeny zu Tiefenläufen ansetzte. Michel bewegte sich auf der linken Seite gelegentlich bis an die Außenlinie, um Gegner zu binden oder sich einen Ball abzuholen.
  • Die linke Seite war insgesamt sehr flexibel. Klement kippte tief heraus, Justvan schob hoch, Muslija ließ sich klarer fallen. Alle Strukturen waren möglich, und durch die Qualitäten der drei auch irgendwie funktional.

Fazit

Die sich vor dem Spiel stellende Frage, ob eine solch offensive Aufstellung überhaupt funktionieren kann, wurde in der ersten Halbzeit eindrucksvoll bejaht. 2:0 Tore und 67% Ballbesitz sprachen eine deutliche Sprache.

Erst nach der Halbzeit, als sich der Club an das Paderborner System anpassen konnte, offenbarten sich die Schwächen. Erst nach den defensiveren Wechseln in der Schlussphase konnte der FCN die Kontrolle übernehmen. Trotz klarer Überlegenheit der Gastgeber reichte es am Ende nicht über den Anschlusstreffer hinaus. Paderborn rettet die drei Punkte und bleibt unangefochtener Spitzenreiter der Auswärtstabelle.

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