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Altersklasse: B-Junioren (Jahrgang 2002)

Teamanalyse: Mannschaft mit vielen verschiedenen Spielertypen. Körpergröße relativ gering, Physis durchschnittlich. Fähigkeiten im Dribbling gut ausgeprägt (wenige Spieler mit sehr starken Tempo und 1v1-Kompetenz, viele abschirmend). Pass- und Schussfähigkeiten auf technisch gehobenem Niveau. Starke Mängel in der Positions- und allgemeinen Entscheidungsfindung (zu wenig Coaching). Vorhandensein defensiver Bereitschaft, wobei Zweikampftechnik verbesserungswürdig. Disparität im Kommunikationsverhalten, allgemein eher wenig ausgeprägt.

Gegneranalyse: Mannschaften verteidigen meistens mannorientiert aus relativ breiten und unkompakten Positionsordnungen heraus. Pressing individuell inensiv, aber kaum mannschaftlich getragen. Kettenspiel, Absicherung und Rückwärtsverteidigung nur bei wenigen Gegnern vorhanden. Präferierte Defensivformation 4-4-2. Offensiv starker Fokus auf lange Bälle hinter die Abwehr sowie lineares Flügelspiel, zudem, in Anbetracht des niedrigen Niveaus, viel Improvisation.

Vorüberlegungen

Altersklasse und Spielniveau geben gewisse konditionelle Rahmenbedingungen vor. Ein enorm weiträumiges und langanhaltendes Pressing dürfte ebenso wenig erfolgsversprechend sein wie eine starke Orientierung auf Umschaltmomente, Konter und Gegenkonter.

Auch hochintensiver Ballbesitz erfordert eine gute Kondition bei der Durchführung von Pässen, Freilaufbewegungen und Tiefenläufen. Folglich müssen rein konditionell Ruhephasen im tiefen Ballbesitz oder Pressing eingelegt und eingeplant werden.

Das Bespielen der Mannorientierungen erfordert zum einen ein gute Wahrnehmung von geöffneten Räumen, zum anderen individuelle Fähigkeiten, sich vom Gegner zu lösen und anspielbar zu werden. Letzteres würde abgesehen von den (mannschafts-)taktischen Prinzipien einen Schwerpunkt im Training darstellen.

Die wenig systematische Defensive der Gegner lässt sich mit einfachen Mitteln, zum Beispiel zur Bindung der Abwehrkette mit 2 Spielern, ausnutzen. Die breiten gegnerischen Staffelungen lassen sich durch einen Offensivfokus aufs Zentrum, der Mangel an Verschieben zu Überladungen nutzen.

In der Defensivphase ist eine gute Absicherung für lange Bälle sowie einstudiertes Kettenverhalten bei Pässen hinter die Abwehr entscheidend. Im Pressing bietet es sich an, eine Falle auf die ohnehin fokussierte Außenbahn zu legen.

Prinzipien

Offensive

  • Struktur mit gleichmäßigen Abständen und Passwinkeln herstellen, Dreiecke und Rauten bilden
  • Einfache Besetzung der Flügelposition (2 Spieler, wenn ballnah)
  • Streckung der zu bespielenden Linie
  • Positionierung hinter, sowie in den Lücken der gegnerischen Linie
  • Andribbeln, wenn Platz vorhanden
  • Zirkulation, um Gegner zum Verschieben zu zwingen und Räume zu öffnen
  • ballnah hoch, ballfern tief
  • Tiefenläufe hinter die Abwehr: Ausnutzen des dynamischen Vorteils

Defensives Umschalten

  • Unmittelbarer Druck auf ballführenden Spieler (idealerweise von hinten)
  • Herstellen einer kompakten ballnahen Struktur
  • Wahrnehmung möglicher Passoptionen
  • Schaffung einer Abwehrkette mit mind. 3 Spielern

Defensive

  • Kompakte Struktur, Orientierung in Dreiecken
  • Besetzung des Zentrums
  • Leitendes Pressing, idealerweise außen
  • Bei Anspiel in Formation; Pressing aus Rücken des Gegners, Dreieck verengt
  • Tiefes Pressing: Verhindern von Schnittstellenpässen, horizontale Kompaktheit.
  • ballnah hoch, ballfern tief

Offensives Umschalten

  • Option aus Druck heraus, keine Initiierung von Kontern

Formation: 4-1-2-3

Grundsätzlich: Abläufe gegen modellhaftes 4-4-2 Pressing (raumorientiert), tatsächlich würden die Gegner wohl weniger kompakt und schlechter gestaffelt agieren.

Spielaufbau:

Spielaufbau_442_RO 2
Innenverteidiger fächern auf, bewegen sich dafür mittig in die Halbräume, AV schieben hoch, Sechser bleibt hinter erster Pressinglinie, ZM positionieren sich auf einer Linie mit gegnerischem MF, in der äußeren Schnittstelle. Außenstürmer besetzen Schnittstellen in Abwehr, ST kann zentral zurückfallen. Ball wird in letzten beiden Linien zirkuliert, bis sich Raum zum Andribbeln ergibt.
Spielaufbau_442_RO breit
Torwartkette gegen breitere Ausgangspositionen der gegnerischen Stürmer erlaubt zentrale Anspiele aud DM
Spielaufbau_442_RO eng Andribbeln
IV dribbelt neben Stürmer an, Achter und ballnaher Außenverteidiger nehmen höhere Position ein. Ballferner IV schiebt nach innen, auch AV rückt ein. Andribbeln, bis sich idealerweise ein Spieler aus Mittelfeld löst.
Spielaufbau_442_RO eng Andribbeln 2 AV
Nach Anspiel auf AV stehen bei passendem gegnerischen Pressing RZM und RF anspielbar in Überzahl gegen den linken Verteidiger.
Spielaufbau_442_RO AV bf ZM
Falls die Räume zu eng werden oder ein gegnerischer Spieler den diagonalen Passweg schließt, kann der ZM sich etwas fallen lassen, um vor der Kette anspielbar zu werden. Der ballferne ZM bewegt sich gegenläufig, also höher.
Spielaufbau_442_RO bf AS
Sobald der Pass in die Mitte gelingt, sollte sich der ballferne Flügelspieler in eine breitere Position bewegen, um die ABwehrkette zu strecken und aus dem Rücken kommend Tiefenläufe anbieten zu können.
Busanschlag
Gegen einen dauerhaften tiefen Block bleiben die Prinzipien grundsätzlich bestehen, allerdings bleiben die Flügel konstanter breit, da die ZM breits höher stehen und die Abwehrkette attackiert und somit gestreckt werden soll

Defensive

Angriffspressing

DEF 1
Leiten gegen flache Viererkette:
DEF2
Anlaufen des ST, Raum um linken Sechser wird verengt
DEF3
RF läuft AV sofort bogenförmig an, um den linearen Passweg zu verstellen
Leiten 1
LIV wird durch bogenförmiges Anlaufen des Flügelspielers nach innen geleitet
Leiten 2
ST übt von innen Druck aus, während LF breitere Position annimmt
Leiten 3
LF läuft bogenförmig an und verschließt Rückpassoption, LZM schiebt heraus, LV vor. ST fällt ebenfalls zurück, um Pass in Sechserraum zu erschweren.
Tiefes Pressing
Tiefes Pressing aus 4-5-1, verhindern zentraler Anspiele